Illustrationen Für Bücher 

 

Titelbild Der Kranichring

Illustration von Teresa Trauth zum Buch „ Kranichring " von Franziska Trauth

Schwarze Stoffbahnen flattern hinter den Köpfen hinab bis auf die Schutzbleche der Hinterräder. In einer Art Gänsenonnenschritt drei schwarze Gestalten. Ich nehme seitlich gerade noch junge Gesichter wahr, fröhliches Lachen, und schon sind die schwarz-weißen Elstern an mir vorbeigeradelt. Als ich wieder auf die Mitte des Bürgersteiges zurück will, drängt mich ein kräftiger, nackter Männeroberkörper erneut an die Seite. Die Beine stecken in grauen Jogginghosen. Er rennt den jungen Rabenvögelfrauen offenbar hinterher und als er mich überholt hat, blicke ich auf eine riesige Kreuztätowierung, quer und längs auf seinem Rücken. Ich traue meinen Augen nicht, möchte die Fata Morgana festhalten, doch mein Smartphone habe ich nicht in der Tasche. Die vier Gestalten verschwinden so schnell wie sie gekommen sind.
 
Ich reibe mir die Augen, schaue auf meine Uhr, um wenigstens den Zeitpunkt dieser Begegnung der dritten Art zu dokumentieren: Dreizehn Uhr, ein Sonnabend, ich unterwegs in meiner Kleinstadt mit noch leerem Einkaufsbeutel.

 

Illustration von Teresa Trauth zum Buch „ Goethes Weimar - du fragst nach Liebe und Schuld " von Franziska Trauth  

Die Gedichte von Franziska Trauth sind von außergewöhnlicher Art, weil sie weit mehr erzählen, als auf dem Papier steht. Sie dienen nicht einfach nur der Erbauung und poetischen Anregung des Lesers. Nein, diese Lyrik birgt hochspannende, vielsagende und geheimnisvolle Inhalte. Klar und einprägsam kommen die kleinen poetischen Texte daher, doch die Wirkung ist nachdrücklich - selbst für wenig erfahrene Gedichtleser - denn sie spüren aufregende Liebesgeheimnisse um Goethe auf, provozieren, entdecken Abgründe, stellen Fragen - viele Fragen. Und sie bringen uns den Menschen Goethe nahe, der eben nicht nur der Gott auf dem Dichterthron war, leider sogar Schrecken mancher Schüler, sondern ein Mensch voller Sehnsüchte und Widersprüche. 

Die Worte Franziska Trauths lassen das einstige Weimar und seine Bewohner lebendig werden; ihre Suche nach Liebe, ihre Hoffnungen, ihr Glück und ihr Leid. Der Fürstenhof Anna Amalias, das Leben in fernen Zeiten der heute sogenannten „Klassik“ rückt uns näher. Dazu immer wieder die liebliche, bezaubernde Landschaft des Ilmtals, die ewige Schönheit der Natur. Die Gedichte sparen auch Weimars finsterste Zeit nicht aus, im Gegenteil. Stets aber spricht aus den Texten eine tiefe Liebe zu diesem thüringischen Landstrich, eine innige Zuneigung und Respekt vor den Menschen ferner Zeiten. 

Gekonnt setzt Franziska Trauth Aussagen Goethes, seiner Zeitgenossen und heutiger Autoren zu den Gedichten in Beziehung. Einzigartig ergänzt wird die Lyrik von den eindrucksvollen Zeichnungen Teresa Trauths, deren Assoziationen voller expressiver Farbigkeit perfekt zu den Gedichten passen. Reich an Metaphern, vielsagend und geheimnisvoll sind diese Bilder, geprägt von einem Schuss naiver Malerei, verfremdet durch wundersame phantastische Elemente, die mit ihrer starken Symbolkraft Gedanken und Phantasie des Lesers beflügeln. 

Ungeahnte Nebenwirkungen, wie beispielsweise eine immense Neugier, mehr zu erfahren über Dichtung und Wahrheit, Gestern und Heute, über die Spuren der heimlichen, verbotenen Liebe des jungen Goethe zur früh verwitweten Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar, zwei in Herz und Geist Wahlverwandte, denen die Erfüllung ihrer Liebe aus Gründen der höfischen Konvention versagt blieb, sind mögliche Folgen der Lektüre dieser faszinierenden poetischen Miniaturen, in denen sich oft Realität und Phantasie vermischen. Einfühlsam, anregend und sehr berührend.

 

Illustration von Teresa Trauth zum Buch „ ausgerechnet wahlverwandt " von Franziska Trauth 

Die Ich-Erzählerin ist fast am Ende ihres Berufsweges als Lehrerin angelangt, als denkwürdige Ereignisse sie dazu führen, sich erneut mit der Weimarer Goethewelt und damit auch mit dem eigenen Weg auseinanderzusetzen. Die Titelwahl bietet dabei einen reizvollen Vergleich zum Rätselhaften in Goethes „Die Wahlverwandtschaften“. Ein total ungewöhnliches Buch,das neben Aufsehen erregenden Enthüllungen zu Goethes verschlüsselten Liebesbotschaften verblüffende Einblicke in das Lehrersein im Spiegel zweier Gesellschaften bietet und gleichzeitig sehr sensibel Geheimnisse der menschlichen Psyche berührt.Letztlich geht es um das Verhältnis von Schein und Sein, um das sich Offenhalten gegenüber neuen Denkweisen, auch mit dem Bekenntnis zum eigenen Irrtum.

 

Illustrationen von Teresa Trauth zum Buch „ Rucksackschwimmer " von Franziska Trauth
 
„I schwimm mit mei wasserdicht‘n Rucksack von einer Ins’l zur andern, die Bruck’n hier betret i net“, sagt der fremde Rucksackschwimmer. Und irgendwie schwimmen sie alle mit ihren Päckchen auf den Rücken, die Reisenden in den Kurzgeschichten: Kreuzfahrer, Schnäppchenjäger, Bildungsbusreisende, Pauschalurlauber, Flüchtende, Wan­derer zwischen den Welten.
Ob im hohen Norden, an südlichen Meeren oder am ehemaligen Grenzfluss Saale; sie begegnen Fremden oder fremd gewordenen Nächsten wie dem fremden Bruder.
Skurriles, auch Absurdes wird durchsichtig oder bleibt Rätsel, so in den Nordgeschichten. Tore werden nach dem Mauerfall geöffnet, ermöglichen Fluchten aus festgefahrenen Wegen, führen zurück zu den eigenen Wurzeln als Reise in die Kindheit nach Thüringen. Hier in der Stadt Weimar als auch in der Türkei am Meer stehen Selbstbefragung, unabgegoltene Vergangenheit im Mittelpunkt.
Landschaftsbilder, vor allem in Gedichten, ent­stan­den in Italien oder der Bodenseegegend, spiegeln die Ruck­sackschwimmer auf ihren Reisen zu sich selbst.
Aquarellzeichnungen, verwunschen, voller Symbole und knallbunt, beflügeln die Fantasie.
 

Illustrationen von Teresa Trauth zum Buch „ Letzte Hundstage " von Franziska Trauth

Marie Steinhagen, geboren zu Beginn der „Goldenen Zwanziger“, erinnert Stationen ihres Lebens. An einem Spätsommernachmittag fragt sie sich, über den „Mittag“ ihres Lebens bereits hinaus, wieviele der Jugendträume übriggeblieben sind, welches Recht sie als alternde Frau überhaupt hat, für sich selbst noch einmal ein neues Leben und damit die Liebe zu wollen. 
So spannt sich ein weiter Bogen von der Kindheit und Jugend einer Thüringer Großbauerntochter, einer geschiedenen Frau, bis zur Genossenschaftsbäuerin, bis zur Tagelöhnerin.
Ein deutsches Frauenschicksal, bestimmt durch Weltkrieg, Teilung, Maueröffnung und Wende wird schlaglichtartig erhellt, unabgegoltene Vergangenheit bestimmt Gegenwärtiges. Große Teile über den DDR-Dorfalltag sind bereits um 1980 entstanden und unter dem Titel Spätsommernachmittag erschienen. 
Geschichten zum Schmunzeln, komische sowie ernste Situationen wechseln mit magischen Momenten, die die Menschen im abgezirkelten Thü­ringer Flusstal berühren.
Die Illustrationen von Teresa Trauth, verwunschen, voller Rätsel, bieten vielfältige Deutungen, erweitern den Blick.

Franziska Trauth, Jahrgang 1946, stammt von einem Thüringer Bauernhof in der Nähe Weimars, studierte Germanistik und Romanistik und arbeitete vor ihrer Pensionierung zuletzt als Studiendirektorin an einem Berliner Gymnasium. Sie lebt mit ihrem Mann am Rand von Berlin und hat zwei erwachsene Kinder.

Veröffentlichungen u.a. :

„ Spätsommernachmittag " Roman. R.G. Fischer Verlag, 1995;

„ ausgerechnet wahlverwandt " Roman. Edition Octopus im Verlag Monsenstein und Vannerdat, 2012, 2. Auflage 2014; 

Goethes Weimar. Gedichte. Edition Märkische LebensArt, 2014.  

 

 

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